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Großes Interesse an KI-Seminar

Nachdem die Industrie- und Handelskammer zu Bielefeld uns zuerst einen kleinen Raum für unsere KI-Veranstaltung am 25. Mai 2019 zur Verfügung gestellt hat, waren wir alle am Samstagmorgen froh, dass der Raum dann doch größer ausgefallen ist.

Rund 40 Zuhörer haben sehr interessiert und mit regen Diskussionsbeiträgen unseren drei Referenten zum Thema Einführung in das Thema „KI“ mit Olaf Hanke und der Vorstellung einer realen KI-Anwendung eines DAX 30 Telekommunikationsunternehmens durch Laura Knochenwefel und Ann-Kathrin Stender eine sehr lebhafte Veranstaltung daraus gemacht.

Besonders interessiert waren unsere kurzfristig hinzugekommenen Gäste aus einem Master-Seminar der IHK. Danke dafür!

Die Diskussion nach den Vorträgen hat uns vom Sozialen Zirkel gezeigt, dass das Thema von hohem Interesse ist und wir darüber nachdenken, der Einführung in die KI eine weitere Veranstaltung im 2. Halbjahr folgen zu lassen.

Erst einmal herzlichen Dank an unsere Referenten/innen, an die IHK und an das Orga-Team des DSZ.

Alle Interessierten an Themen des Sozialen Zirkels sind herzlich willkommen, als Gast und gerne auch als tatkräftiges Mitglied.

Ihnen eine gute Zeit.

Ihr Sozialer Zirkel

(Text: Wolfgang Stender)

25.05.2019: Forum Künstliche Intelligenz – was macht sie mit uns Menschen?

Hiermit laden wir Sie zu unserer Forums-Veranstaltung des Soziales Zirkels ein:
Künstliche Intelligenz – was macht Sie mit uns Menschen?
Samstag, 25.05.2019 um 10.00 Uhr in den Räumlichkeiten der
Industrie- und Handelskammer
Elsa-Brändström-Str. 1-3
33602 Bielefeld
Raum 522

Tagesordnung

  1. Begrüßung
  2. Einführung in das Thema – Olaf Hanke
  3. Künstliche Intelligenz – Einführung und Beschreibung einer realisierten Anwendung
    Ann-Kathrin Stender / Laura Knochenwefel

Fragen und Diskussionen sind erwünscht. Die Veranstaltung ist kostenlos.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihren regen Wortbeiträgen.

Anmeldung

E-Mail oder per Telefon bei
Gerhard Tiemann
gerhard.tiemann@der-soziale-zirkel.de
Mobil: 0151 4235 1753

Beitragsbild: Pixabay auf Pexels
https://www.pexels.com/@pixabay

Parken

Das Parkhaus „Am Zwinger“ direkt hinter der IHK wird derzeit renoviert. Es gibt die Möglichkeit im „Karstadtparkhaus“ (über die Elsa-Brändström-Straße oder Friedensstraße zu erreichen) oder im Parkhaus „Ritterstraße“ zu parken. Darüber hinaus gibt es weitere Parkhäuser und -möglichkeiten, die fußläufig erreichbar sind.

DSZ-Kaminabend 22.3.19 Header

Vernetzte Beratungsangebote nötig

Schulabgänger müssen besser über die verschiedenen Ausbildungsangebote informiert werden

Alarmierend hoch soll laut Medienberichten die Zahlen der Jugendlichen sein, die vorzeitig Ausbildung oder Studium abbrechen. Zahlen, die für den „Sozialen Zirkel“ Anlass waren, sich bei einem Kaminabend am 22. März 2019 im Hotel „Lindenhof“ Bethel mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen.

Vorsitzender Wolfgang Stender konnte dazu mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen, die sich lebhaft an dem von Wolfgang Riewe moderierten Gespräch beteiligten:

  • Wie können Schulabgänger auf ihrem Weg ins Berufsleben besser begleitet und unterstützt werden, damit Ausbildungsabbrüche verhindert werden?
  • Auf welche Weise können Experten und Menschen mit langjähriger Berufserfahrung ihnen dabei helfen?

Kompetente Antworten auf diese Fragen gaben an diesem Abend Dörte Husmann vom „Career Service“ der Universität Bielefeld, Ann-Kathrin Stender (Deutsche Telekom AG) und der Fachhochschul-Student Kevin Meger.

Dörte Husmann, die an der Universität Bielefeld Studierende bei der Berufsorientierung unterstützt, gab zunächst einmal Entwarnung. Die Zahlen über Studienabbrüche seien viel zu hoch gegriffen. Oft wechselten Studierende nur von der Uni zu einem dualen Studium in der Wirtschaft oder zur stärker praxisorientierten Fachhochschule. Fakt ist aber, dass es für Schulabgänger heute sehr viel schwieriger ist, den für sie passenden Beruf zu finden, da die Zahl der Ausbildungs- und Studienangebote immer komplexer geworden ist. Auch haben Jugendliche ebenso wie ihre Lehrer von vielen Berufsbildern keine genaue Vorstellung.

Die Angst, sich falsch zu entscheiden, sei sehr groß, sagte Dörte Husmann. Sie riet zu grundsätzlicher Offenheit und einer schrittweisen Klärung beruflicher Ziele. Zunächst müssten sich die Schulabgänger die eigenen Stärken und Schwächen bewusst machen und die Neigung zu bestimmten Tätigkeitsfeldern erkennen. Praktika in Betrieben und die Begegnung mit Berufserfahrenen seien weitere Schritte zur Klärung.

„Es gibt planbare und unplanbare Wege“, stellte Husmann fest. Hilfreich für die Orientierung sei die Berufsberatung, der Besuch von Berufsmessen und das Gespräch mit Ansprechpartner aus dem ins Auge gefassten Tätigkeitsfeld. Zweifel auf dem Weg zum passenden Beruf sind für sie „ganz normal“, eine Umorientierung keine Schande. Wenn sich nach einiger Zeit herausstelle, dass eine begonnene Ausbildung oder ein Studium nicht die richtige Wahl gewesen sei, brauchten Jugendliche beim Neustart unbedingt die Unterstützung der Eltern. Denn: „Umwege erweitern den Horizont.“

Wie Umwege nicht nur den Horizont erweitern, sondern auch zum Ziel führen können, darüber berichteten an diesem Abend Ann-Kathrin Stender und Kevin Meger. Ann-Kathrin Stender hatte nach dem Abitur, als sie nach dem richtigen Weg suchte, zunächst ein Jahr am Berufskolleg die Höhere Handelsschule für Abiturienten besucht. Danach entschied sie sich für ein duales Studium bei der Deutschen Telekom. Die enge Verbindung von Theorie und Praxis des dualen Studiums gefiel ihr gut. So konnte sie sich beruflich und persönlich erfolgreich weiterentwickeln.

Ganz ähnlich erging es Kevin Meger, der ebenfalls zunächst ein Studium begann, dann aber von der Uni an die Fachhochschule wechselte. Die größere Praxisnähe und die gute Verbindung der Dozenten zu den heimischen Unternehmen waren für ihn Gründe, sich für die FH zu entscheiden. Gemeinsam mit Kommilitonen beschloss er, sich bei der studentischen Unternehmensberatung („STUNT“) zu bewerben und sich zu engagieren. Jetzt sieht er sich gemeinsam mit seinen Mitstudenten ebenfalls auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft.

Kevin Meger plädierte für längere Berufspraktika während der Schulzeit und bessere Informationen für Schulabgänger über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten. In die gleiche Kerbe schlug Dörte Husmann. Statt sich nach dem Schulabschluss für ein Jahr in Richtung Australien zu verabschieden, sollten Schulabgänger ihrer Meinung nach diese Zeit lieber für die Berufsorientierung nutzen. In dieser Zeit in verschiedene Unternehmen hinein zu schnuppern und sich über die unterschiedlichen Angebote von Universität, Fachhochschule und dualen Studiengängen zu informieren, sei sinnvoll und weiterführend.

Husmann sprach sich für eine „vernetzte Beratung“ von Arbeitsagentur, IHK, Handwerkskammer, Universität und Fachhochschule aus. So könnten Jugendliche alle Ausbildungsangebote kennenlernen. Auch Menschen mit langjähriger Berufserfahrung – wie die Mitglieder des Sozialen Zirkels – können ihrer Meinung nach Auszubildende und Studierende auf ihrem Weg ins Berufsleben hilfreich unterstützen. Welche Praxiserfahrungen die Mitglieder des „Sozialen Zirkels“ dabei genau anzubieten haben, dieses will sie gemeinsam mit ihnen demnächst in einem Workshop erarbeiten.

60+ Kaminabend Bielefeld - Beitragsbild

Bericht: 60plus – und was dann?

„60plus – und was dann?“ Das war das Thema eines unterhaltsamen Kaminabends, zu dem der „Soziale Zirkels e.V.“ am 12. Oktober 2018 in das Hotel Lindenhof Bethel eingeladen hatte. Vorsitzender Wolfgang Stender konnte dazu zahlreiche Gäste und Mitglieder begrüßen. Nach einem Stehempfang und einem humorvollen Einstieg ins Thema mit einer Filmszene aus Loriots „Papa ante portas“, erzählte der Journalist und Theologe Wolfgang Riewe von seinen Erfahrungen beim Abschied vom Berufsleben und dem Neustart ins Rentnerleben. In kleinen Gesprächsgruppen steuerten dann die Teilnehmenden ihre eigenen Gedanken zum Thema und ihre Ideen zur sinnvollen Gestaltung dieser neuen Lebensphase bei.

Die meisten Menschen freuen sich auf die Zeit des sogenannten Ruhestandes. Vor allem darauf, jetzt frei und selbstbestimmt über die eigene Zeit verfügen zu können. Wolfgang Riewe zeigte die großartigen Möglichkeiten dieser neuen Lebensphase auf, die dank des medizinischen Fortschritts heute häufig viel länger als früher dauern kann. Er machte aber auch deutlich, dass manches Vertraute wegfällt: Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, die Erfüllung durch die bisherige Tätigkeit und berufliches Ansehen, vor allem aber die durch das Arbeitsleben vorgegebene Alltagsstruktur, die nun neu geordnet werden muss. Der frühere Chefredakteur der Evangelischen Zeitung „Unsere Kirche“ riet dazu, weiterhin ein Netz guter sozialer Beziehungen zu pflegen und sich ein Ehrenamt zu suchen, eine Aufgabe, in der man sich für Andere einsetze. Denn: „Glück kommt aus einem als sinnvoll erfahrenen Leben.“

 

Welche Chancen und Möglichkeiten die neue Lebensphase bietet, dazu sammelten die Teilnehmenden in den Tischgruppen zahlreiche Beispiele. Gerhard Tiemann berichtete über das Weiterbildungsprogramm „Studieren ab 50“ der Universität Bielefeld, das Älteren neben persönlicher Fortbildung auch den Austausch mit Studierenden ermöglicht. Helmut Flöttmann, früher Ausbildungsleiter der Firma Miele in Gütersloh, berichtete vom Senior Experten Service (SES), in dem sich Ruheständler weltweit engagieren können, und von VerA, einer von ihm mitgegründeten Initiative des SES zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen. Es richtet sich an alle Jugendlichen, die während der Ausbildung Hilfe benötigen. Das Besondere an VerA sei das Tandem-Modell, so Flöttmann: Die individuelle 1-zu1-Begleitung durch ehrenamtliche Fachleute im Ruhestand. Vom Fachwissen und der Berufserfahrung Älterer profitieren dadurch jährlich etwa 3.000 Auszubildende.
„Von Senior-Experten nehmen sie oft lieber einen Rat an als von ihren Ausbildern oder der Familie“, sagte Flötttmann.

Der individuellen Begleitung und Unterstützung von Studierenden und Auszubildenden will sich auch der „Soziale Zirkel“ künftig stärker widmen. Sie ist im Gespräch mit der studentischen Unternehmensberatung Stunt. Diese war mit Christina Paetsch, Kevin Meger, Janine Schmeisser und Daniel Schmidtpeter an diesem Abend ebenfalls vertreten. Die Studierenden äußerten starkes Interesse am fachlichen Austausch mit Berufserfahrenen. Diesem Themenbereich soll daher einer der nächsten Kaminabende gewidmet sein.

Text: Wolfgang Riewe

12.10.2018: Kaminabend „60plus – und was dann?“

Der Ruhestand naht. Wer freut sich nicht darauf? Endlich einmal ausschlafen – Zeit für Hobbys, Sport, Reisen und die Enkelkinder. Doch nach einiger Zeit des freien Rentnerlebens fühlen viele, dass sie die unbegrenzte Freizeit doch nicht völlig zufrieden stellt und sie etwas vermissen: Eine sinnvolle Aufgabe.

Doch was genau könnte das sein? Eine freiwillige, selbstgewählte Aktivität, die dem Gemeinwohl zugutekommt, zugleich aber auch einem Freude macht?

„60plus – und was dann?“

Über dieses Thema möchten wir uns gern in geselliger Runde mit Ihnen austauschen.
Wir laden Sie herzlich ein am Freitag, 12.Oktober, um 18.30 Uhr
zu einem Kaminabend im Hotel „Lindenhof“, Quellenhofweg 125, 33617 Bielefeld-Bethel. Weitere Interessenten und Ihre PartnerInnen können Sie gern mitbringen.

Nach Begrüßungsumtrunk und einem humorvollen Einstieg mit einer Filmszene aus Loriots „Papa ante portas“ wird Wolfgang Riewe, ehemaliger Chefredakteur der Evangelischen Zeitung „Unsere Kirche“, mit launigen Worten von seinen eigenen Erfahrungen beim Abschied vom Berufsleben und dem Neustart ins Rentnerleben erzählen. In kleinen Gesprächsgruppen wollen wir uns dann darüber unterhalten, welche Schwierigkeiten, aber auch welche Freiheiten und Chancen die neue Lebensphase bietet. Vielleicht finden wir dabei die eigene Projektidee oder Möglichkeiten eines sinnvollen gemeinsamen Engagements!

Veranstalter des Abends ist der Verein „Der Soziale Zirkel e.V.“, in dem sich aktive und ehemalige Führungskräfte der Region zusammengeschlossen haben, um ehrenamtlich soziale Initiativen zu begleiten und zu unterstützen.

Anmeldung

Anmeldungen für den Abend bitte bis zum 5.Oktober 2018 an:
Der Soziale Zirkel e.V.
Hd. Herrn Gerhard Tiemann
gerhard-tiemann@der-soziale-zirkel.de
oder telefonisch 0151 4235 1753.

Beitragsbild: Aj Povey auf Pexels

DSZ-Jahrestagung Header

DSZ-Jahrestagung in Potsdam

Peter Zemke

Peter Zemke

„Jährlich soll einen Klausurtagung stattfinden!“ Darauf haben sich die  Mitglieder klar ausgesprochen. In diesem Jahr fand die Tagung in Potsdam statt.

Es standen auf der Agenda:

  • der Rückblick ins vergangene Jahr,
  • Status aktuell und der
  • Blick auf das kommende Jahr.

Der Sender Potsdam-TV berichtete über diese Tagung:

http://www.potsdam.tv/mediathek/28016/Der_Soziale_Zirkel.html

Selbstkritisch und konstruktiv wurden die Inhalte diskutiert.  Am Ende der Tagung gab es eine  Reihe von neuen Themenvorschlägen.  Diese werden von einzelnen Verantwortlichen ausgearbeitet und in der nächsten Vorstandssitzung am 19. Mai vorgestellt und diskutiert.

Es geht um zwei konkrete Projekte und um Themen wie

  • Welche Auswirkungen haben die Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz?
  • Welche Veränderungen bringt die Entwicklung von Blockchain und der Digitalwährung Bitcoin  für den Finanzsektor?
  • Wie verändert sich durch soziale Netzwerke und „informelle“ Kommunikation (WhatsApp) das Nutzungs- und Sozialverhalten jüngerer Menschen?
  • Was verschafft im Online-Alltag Sicherheit? / Wie behält der/die Einzelne im Internet die Hoheit über seine/ihre Daten?
  • Was tun wir, um Kindern und Jugendlichen die Fähigkeit des Lesens und Lernens und der personellen Kommunikation zu erhalten?
  • Wie kann anonymes Cyber-Mobbing im Internet eingedämmt werden?
  • Welche Auswirkungen haben Computerspiele mit gewalttätigen oder sexistischen Inhalten auf Schulleistungen, Gehirnentwicklung und Sozialverhalten?
  • Was bedeutet die Lebensweise des „Digital Nativ“ („Digitaler Eingeborener“, einen Menschen, der von morgens bis abends in der digitalen Welt lebt), längerfristig für die Gesellschaft?
  • Wie kann die Gemeinschaftsfähigkeit des/der Einzelnen erhalten werden?
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Wie gesund ist das Gesundheitssystem?

Über die positiven und negativen Auswirkungen der seit 1993 eingeführten Reformen im deutschen Gesundheitssystem diskutierten Mitglieder und Gäste des Sozialen Zirkels beim diesjährigen „Kamingespräch“ am 7.Dezember in den Räumen des Hotels „Lindenhof“ in Bielefeld-Bethel. Dabei konnte der Vorsitzende Wolfgang Stender auch eine Reihe von Fachleuten aus dem medizinischen Sektor begrüßen.

Wolfgang Riewe, der bis 2013 Chefredakteur der evangelischen Zeitung „Unsere Kirche“ war, stellte als Gesprächsimpuls die seit Jahren andauernde Debatte um die einschneidenden Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem dar und sprach sich dafür aus, Wettbewerb, Konkurrenz und Kostendruck nicht zu übermächtig werden zu lassen und erkannte Fehlsteuerungen zu korrigieren. „Krankenhäuser müssen ökonomisch arbeiten, sie dürfen aber keine reinen Profitcenter werden, sondern Einrichtungen der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge bleiben“, sagte er.

[Das Manuskript von Herrn Riewes Impulsreferat stellen wir auf Anfrage gern zur Verfügung.]

Deutschland zähle bei der Versorgung der Kranken nach wie vor zur Weltspitze, betonte der Referent. High-Tech-Medizin auf höchstem technischen Niveau ermögliche Behandlungen, die noch vor Jahren undenkbar gewesen seien. Über 300 Milliarden Euro oder 11, 3 Prozent der Wirtschafsleistung flössen jährlich in das Gesundheitssystem. Das sei an sich noch nicht falsch. Die Qualität der Versorgung halte aber keinesfalls immer Schritt mit den Kosten.

Laut einer Studie der OECD liege Deutschland bei der Qualität der Versorgung nur im unteren Mittelfeld. Und die seit Einführung des regulierten Wettbewerbs zu beobachtende starke Ökonomisierung und Ertragsorientierung des Systems stoße auf eine wachsende Skepsis der Bevölkerung.

Riewe stellte die Hauptgründe der Kostensteigerungen vor: Steigende Lebenserwartung, die Dynamik des technischen Fortschritts, zunehmende Vielfalt gesundheitsbezogener Produkte, der Mangel an gesundheitsgerechtem Verhalten und die Zunahme von Erkrankungen wie Allergien oder Depressionen. Die verschiedenen Maßnahmen zur Kostendämpfung, bei denen u.a. Gesundheitsleistungen gekürzt und die Eigenbeteiligung erhöht wurden, seien nicht in allen Fällen zielführend gewesen.

So habe die 1992 eingeführte Reform des Vergütungssystems der Krankenhäuser nicht zu der beabsichtigten Ausgabenbegrenzung geführt, sondern zu einem massiven Anstieg der Operationen und Behandlungen. Ärztinnen und Ärzte befänden sich in einem wachsenden Spannungsverhältnis zwischen medizinischen und ökonomischen Kriterien. Die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal, das zu schlecht bezahlt werde, hätten sich in vielen Kliniken massiv verschlechtert. „Die betriebswirtschaftliche Perspektive ist vorherrschend geworden“, sagte Riewe, „das ist eine problematische Entwicklung, weil sie auf Dauer das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient untergräbt.“

In der Diskussion des Vortrags stellte einer der Teilnehmer die Frage, ob die hohen Ausgaben im deutschen Gesundheitswesen nur unter dem Aspekt der immensen Kosten gesehen werden müssten. Es könne schließlich auch positiv gesehen werden, dass fast zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung Deutschlands im Gesundheitssektor erwirtschaftet würde. Umgekehrt gesehen müsse man feststellen, dass auch fast 12 Prozent des Einkommens in diesem Sektor verdient werde mit hunderttausenden von Arbeitsplätzen. Diesem Gesichtspunkt konnten die anderen Teilnehmer zustimmen.

Zu den vom Referenten vorgetragenen Gründen, die zu erheblichen Kostensteigerungen führen, wurde noch ein weiterer Punkt ergänzt: Nach der Wiedervereinigung mussten 1990 mehr als 19 Millionen Menschen in das westdeutsche Gesundheitssystem aufgenommen werden, die nie Beiträge eingezahlt hatten. Auch dies war für die Politik Anlass, über Reformen im Sinne von Ausgabenbegrenzungen nachzudenken.

Die heute stärkere Gewinn-und Ertragsorientierung der Krankenhäuser wurde von einem Teilnehmer in ein positiveres Licht gerückt. Da der Staat nicht mehr wie früher für notwendige Investitionen aufkomme, müssten diese von den Kliniken selbst erbracht werden. Dies aber gehe nur, wenn sie auch Gewinne machten. Wenn Krankenhäuser keine Gewinne machen würden, könnten sie auch nicht investieren.

Zustimmung fand die die Ansicht des Referenten, dass die Einrichtungen des Gesundheitswesens bei allem notwendigen Bemühen um Wirtschaftlichkeit und ökonomische Stabilität die Menschlichkeit nicht aus den Augen verlieren dürfen. Dem Gespräch zwischen Arzt, Pflegepersonal, Seelsorgern und Patienten komme hohe Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang wurde auch die wichtige Rolle von Ehrenamtlichen wie den „gründen Damen“ u.a. Gruppen betont, die viel zur seelischen und körperlichen Stabilisierung der Patienten oder Heimbewohner beitragen können.

Notwendig sei auch, das Pflegepersonal durch technische Hilfsmittel von allzu viel Bürokratie (Dokumentation) zu entlasten, damit sie ebenfalls mehr Zeit für Gespräche mit Patienten haben. Pflegerinnen und Pfleger müssten aber auch besser bezahlt werden und mehr Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit erfahren. Sonst sei der Nachwuchs auf Dauer nicht zu gewährleisten.

Bei allen Maßnahmen zur Erhaltung des Gesundheitssystems dürfe der Patient nicht aus der Verantwortung genommen werden, betonte einer der Teilnehmer. Seiner Meinung nach klagen Patienten in Deutschland häufig „auf sehr hohem Niveau“. So sei es richtig gewesen, bestimmte Wellness-Behandlungen und Bagatell-Arzneimittel aus dem Leistungskatalog zu nehmen. Es müsse eine Balance gefunden werden zwischen der Erwartungshaltung der Bevölkerung und dem, was ein solidarisches Gesundheitssystem leisten könne. Wichtig sei auch, in manchen Teilen der Bevölkerung auf ein gesundheitsbewussteres Verhalten hinzuwirken.

Zu den nach der Reform des Vergütungssystems erhöhten Operationszahlen äußerte ein im Krankenhaussektor tätiger Manager eine andere Meinung. Es handele sich nur um statistisch erhöhte Fallzahlen, weil sich die Operationen im neuen Vergütungssystem anders verteilen. Hätte man z.B. bei Operationen der Krampfadern früher gleich beide Beine operiert, würde man heute zwei Operationen in zeitlichem Abstand nacheinander durchführen. In der Statistik würden also zwei statt einer Operation erscheinen. Natürlich sei dies auch mit erhöhten Kosten verbunden, gestand der Gesprächsteilnehmer zu.

Mehrere Teilnehmer stimmten der These des Referenten zu, dass in Deutschland zu viele Medikamente verordnet werden. Man könne teilweise mit wesentlich weniger Medikamenten auskommen. Ein Problem sei, dass Hausärzte sich oft nicht trauen, von Krankenhausärzten verordnete Medikamente nach einer Zeit wieder abzusetzen oder zu verändern. So komme es zu dem Problem, dass durch gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente im Körper des Patienten chemische Reaktionen durch Wechselwirkung der Medikamente und Nebenwirkungen entstehen könnten, die Organe schädigen.

Die Einführung einer elektronischen Patientenakte und die telemedizinische Datenübertragung könne hier eine Hilfe sein. Heftig kritisiert wurde, dass in Deutschland Datenschutzkommissionen solche Möglichkeiten zum Wohl der Patienten oft verhindern. Die Gründe hierfür seien nicht nachvollziehbar.

 

07.12.2016: Kamingespräch im Lindenhof Bielefeld

Der Soziale Zirkel lädt Sie herzlich zu seiner Jahresabschlussveranstaltung und zu einem Kamingespräch am Mittwoch, 07. Dezember 2016 um 19:00 Uhr in das Tagungshotel „Lindenhof“, Quellenhofweg 125, 33617 Bielefeld, ein.

Nach einer Begrüßung durch Wolfgang Stender wollen wir mit Ihnen über folgendes Thema ins Gespräch kommen:

Positive und negative Auswirkungen der Markt-und Wettbewerbsorientierung im Gesundheitswesen

Der Journalist und Theologe Wolfgang Riewe, ehemaliger Geschäftsführerd es Ev. Presseverbandes Westfalen-Lippe und Chefredakteur von „Unsere Kirche“, wird mit einem kurzen Impulsreferat in die heftig umstrittene Thematik einführen und die kontroversen Positionen darstellen.

Danach möchten wir mit Ihnen in einer offenen Gesprächsrunde, die von Wolfgang Stender moderiert wird, über das Thema diskutieren.

[Absatz + Kontaktformular zur Anmeldung nach Anmeldeschluss entfernt]

 

Veranstaltung KD-Bank Dortmund

Die Auswirkungen der Minus-Zins-Krise

Rückblick auf eine anregende Vortragsveranstaltung in der Dortmunder Bank für Kirche und Diakonie von Wolfgang Riewe.

„Die extreme Niedrigzinsphase wird uns in Europa noch länger begleiten.“ Dies prognostizierte Jens Koch, Direktor der Bank für Kirche und Diakonie, in seinem interessant und anschaulich gestalteten Referat vor Mitgliedern und Freunden des Vereins „Der Soziale Zirkel“ am 23. Juni 2016 in Dortmund. Diese von der Europäischen Zentralbank gesteuerte Geldpolitik habe nicht nur für Sparer gravierende Auswirkungen, sondern auch für Stiftungen, Pensionskassen und Lebensversicherungen. So sei Stiftungen etwa per Satzung der Erhalt des Kapitals auferlegt, die Erträge aber reichten inzwischen nicht mehr aus, die eigentlichen sozialen Ziele zu erfüllen.

Wolfgang Stender, der Vorsitzende des „Sozialen Zirkels“, begrüßte in der Zentrale der Bank für Kirche und Diakonie am Dortmunder Schwanenwall die Teilnehmer, die in ganz unterschiedlichen Bereichen von Wirtschaft, Diakonie und Caritas tätig sind oder waren. Er dankte Direktor Jens Koch und Stiftungskoordinatorin Christiane Wicht-Stieber, dass sie sich bereit erklärt hatten, die derzeitige Situation an den Kapitalmärkten zu erklären und angesichts der Minus-Zins-Krise Handlungsoptionen für Geldanlagen gemeinnütziger Träger aufzuzeigen.

Wenn bei Stiftungen der Erhalt des Vermögens satzungsmäßig festgelegt sei, könnten die inhaltlichen Ziele der Stiftung oft nicht mehr erfüllt werden, beschrieb Jens Koch das Dilemma, vor dem viele Verantwortliche stehen. Die sozialen Einrichtungen, die mit den entsprechenden Ausschüttungen der Stiftungen gerechnet hätten, gingen leer aus. Um sie dennoch unterstützen zu können, müssten die Stiftungen zusätzlich Spenden einwerben. Um weiterhin auch aus dem Vermögen bescheidene Erträge zu erzielen, könne man in der Regel nach Rücksprache mit der Stiftungsaufsicht durchaus in risikoarme Mischfonds, Rentenpapiere oder Aktien investieren.

Hilfreiche Leitplanken für solche Investitionen seien Anlagerichtlinien, wie sie etwa die Evangelische Kirche im Rheinland hat, ergänzte Christiane Wicht-Stieber: „Sie schaffen Sicherheit und Handlungsspielräume und unterstützen die Verantwortlichen.“ Zuvor aber müssten die Vorstände einige Fragen beantworten:

  • Wie sicher und renditeorientiert soll die Anlage sein?
  • Wie viel Risiko (Verlust) verträgt die Stiftung?
  • Welche Anlageklassen werden für die Investitionen definiert?.
  • In welchem Umfang sollen ethisch-nachhaltige Kriterien berücksichtigt werden?

Eine breite Aufstellung und Risikostreuung sowie eine Orientierung an den genannten Anlagerichtlinien empfahlen Jens Koch und Christiane Wicht-Stieber den Teilnehmenden des „Sozialen Zirkels“. Es sei absehbar, dass Bankeinlagen künftig generell keine ausreichenden Renditen mehr erbringen würden. Daher seien noch mehr als bisher Modelle gefragt, die unterschiedliche Anlageformen wie Aktien, Rentenpapiere, Investment- oder Immobilienfonds kombinieren. Jens Koch riet dazu, gezielt und flexibel in die Kapitalmärkte zu investieren, dabei aber die Ertragsansprüche der gegenwärtigen Gesamtsituation anzupassen.

Investmentfonds bieten nach der Einschätzung Kochs gegenwärtig höhere Renditechancen als Einlagen. Sie könnten künftig sogar mit „Verwahrgebühren“ belegt werden. Um bei Fondsanlagen auch ethische Entscheidungskriterien zu berücksichtigen, wies Jens Koch auf den von der KD-Bank entwickelten Nachhaltigkeitsfilter hin, der 200 Kriterien für ethisch nachhaltige Kapitalanlagen einbezieht. Auf dieser Basis legt etwa die ebenfalls in Dortmund ansässige Versorgungskasse für Pfarrer/innen und Kirchenbeamte ihre Rücklagen an.

Koch wies darauf hin, dass Stiftungen und Privatanleger, die unter ethischen Gesichtspunkten anlegen wollen, guten Gewissens zum Beispiel in den „Fair-World-Fonds“ investieren können. Dieser berücksichtigt als erster Investmentfonds neben sozialen und ökologischen auch entwicklungspolitische Kriterien und steht dem Hilfswerk „Brot für die Welt“ nahe. Der Fonds hat inzwischen ein Anlagevolumen von 420 Millionen Euro und erzielt trotz der gegenwärtig hohen Schwankungen am Aktienmarkt durchaus gute Renditen.

Eine lebhafte Diskussion schloss sich den Impulsreferaten von Jens Koch und Christiane Wicht-Stieber an. Die Teilnehmenden bedankten sich bei ihnen für die fundierte Analyse und viele hilfreiche Anregungen.

Text: Wolfgang Riewe