Holzwerkstatt Osningstraße

Holzwerkstatt: Gelungener Beitrag zur Integration

Die Holzwerkstatt aus der aufgelösten Asylbewerber-Unterkunft in Sennestadt kann in Zukunft im Übergangswohnheim „Rütli“ an der Osningstraße weiter betrieben werden. Über diese gute Nachricht freuten sich bei der Neueinrichtung der Werkstatt Dr. Wolf Berger und Dieter Tellenbröker vom Sennestadtverein, gemeinsam mit Gerhard Tiemann und Wolfgang Riewe vom Bielefelder Verein „Der Soziale Zirkel“. Berger und Tellenbröker, der Tischlermeister ist, wollen auch weiterhin nach Deutschland geflüchteten jungen Menschen beim Umgang mit Holzbearbeitungsmaschinen anleiten und gemeinsam mit ihnen Tische, Bänke und Spielgeräte bauen. Thomas Reuter (Hausleitung) stellt ihnen dafür Räumlichkeiten im Untergeschoss des ehemaligen Rütli-Hotels zur Verfügung.

Möglich wird der Weiterbetrieb der Werkstatt auch durch den Bielefelder Verein „Der Soziale Zirkel“, der bereits die bisherige Holzwerkstatt im Containerdorf in Sennestadt finanziert hatte. Er stellte dem Sennestadtverein eine weitere Spende in Höhe von 600 Euro für die Anschaffung zusätzlicher Werkzeuge zur Verfügung. Gerhard Tiemann und Wolfgang Riewe vom Vorstand des „Sozialen Zirkels“ überreichten bei der Inbetriebnahme symbolisch einen entsprechenden Scheck.

Die Zusammenarbeit von Einheimischen und Zugewanderten in dem Projekt bezeichnete Mehmet Ali Ölmez, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Bielefeld, als einen „gelungenen Beitrag für ein verstärktes Miteinander verschiedener Nationalitäten und Kulturen“. Thomas Reuter bedankte sich im Namen der Bewohner für die Initiative der beiden Vereine und kündigte an, im Frühjahr die Mitglieder der beiden Vereine und Nachbarn aus der Umgebung zu einem „Kulturcafé“ ins „Rütli“ einzuladen.

Das Beitragsbild zeigt (von links, vordere Reihe): Dr. Wolf Berger, Mehmet Ali Ölmez, Muhammad Said, Jomaa Hasom, Wolfgang Riewe, Gerhard Tiemann und Thomas Reuter. Hintere Reihe (von links): Elyas Rasho, Muhammad Emam, Ahmed Jaso und Dieter Tellenbröker.

Text und Bild: Wolfgang Riewe

DSZ Kaminabend 11.10.2019

Engagieren für den Zusammenhalt der Gesellschaft

Rege Diskussionen beim Kaminabend des „Sozialen Zirkels“ mit Redakteur Andreas Schnadwinkel

Wer nicht dabei war, hat sicherlich etwas verpasst. Denn der jüngste Kaminabend mit Redakteur Andreas Schnadwinkel im Bielefelder Hotel „Golden Tulip“ bot Mitgliedern und Freunde des „Sozialen Zirkels“ wieder einmal viel Stoff für regen Gedankenaustausch und engagierte Diskussionen. „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – wie stark ist er bedroht?“ lautete das Thema des Abends. Es stieß bei den etwa 30 Teilnehmern auf großes Interesse. Die Meinungen darüber, was unsere Gesellschaft trotz vieler unterschiedlicher Prägungen und Meinungen zusammenhalten kann, lagen am Ende gar nicht so weit auseinander.

Stadt gegen Land, Junge gegen Alte, Ost gegen West, Klimaschützer gegen Autofahrer – die Zahl der gesellschaftlichen Konflikte nimmt seit einigen Jahren erheblich zu. Dies machte Andreas Schnadwinkel, Redakteur im Politik-Ressort beim Bielefelder Westfalen-Blatt, in seinem Eingangsreferat deutlich. „Das Zusammenleben in unserem Land entwickelt sich extrem auseinander“, hat er beobachtet. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Milieus seien in den vergangenen Jahren immer tiefer geworden.

Als einen der Gründe hierfür sieht er, dass die unterschiedlichen Weltanschauungen inzwischen weit auseinander klaffen. „Junge urbane Eliten wollen zum Beispiel der Landbevölkerung Stromtrassen und Windräder aufzwingen.“ Das löse bei ihnen ebenso wie die Verteufelung des Autos oder die Verharmlosung des Wolfsproblems Wut aus. Solche und andere Konflikte führten dazu, dass die „empörte Mitte“ auf dem Land immer größer werde. Im Osten Deutschlands sei sie inzwischen das stärkste politische Milieu.

Der Referent machte deutlich, dass sich viele Gruppen der Gesellschaft inzwischen in ihrer Identität bedroht fühlen. Dies hängt seiner Ansicht nach auch mit der hohen Zahl von Einwanderern zusammen. Er zitierte in diesem Zusammenhang den Oxforder Ökonomen Paul Collier, der der Meinung ist, dass ein gewisses Maß an kultureller Verschiedenheit einer Gesellschaft nutzt, zu ungleiche Gesellschaften dagegen negative Folgen haben können. Schnadwinkel gab darüber hinaus zu bedenken, dass Einwanderungsländer seiner Meinung nach auf Dauer nicht mehr in gleichem Maße wie bisher Wohlfahrtsstaaten sein können. Wenn Sozialleistungen eines Tages abgesenkt werden müssten, werde das zu weiteren Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung führen.

Die anschließende Diskussion, die Olaf Hanke moderierte, machte deutlich, dass die Diagnose einer sich weiter auseinander entwickelnden Gesellschaft grundsätzlich geteilt wird. Was aber daraus folgt und wie die unterschiedlichen Positionen zusammen finden können, darüber gingen die Meinungen allerdings auseinander. Eine Konsequenz zog Dr. Alfred Schulz, der zum ersten Mal an einem Kaminabend des „Sozialen Zirkels“ teilnahm: „Wir müssen in hohem Maße kompromissfähig werden“, meinte er. Wolfgang Riewe stimmte ihm zu und schlug vor, zu versuchen, in Gesprächsforen künftig Menschen aus gegensätzlichen Lagern an einen Tisch zu bringen.

Als ein solches Forum verstehe sich auch der „Soziale Zirkel“, sagte Wolfgang Stender, Vorsitzender des „Sozialen Zirkels“, in seinem Schlusswort. Er rief dazu auf, sich über die Grenzen von Milieus und Parteien hinweg für den Zusammenhalt der Gesellschaft und den Erhalt der Demokratie zu engagieren.

Text: Wolfgang Riewe

11.10.2019: Kaminabend zum Thema „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“

Wir freuen uns, wieder zu einem Kaminabend des „Sozialen Zirkels“ einladen zu können. Erneut wollen wir uns mit einer brisanten und hochaktuellen Herausforderung unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Redakteur Andreas Schnadwinkel (Politik-Ressort Westfalen-Blatt Bielefeld) wird unsere Diskussion mit einem Impulsreferat eröffnen. Sein Thema lautet:

„Gesellschaftlicher Zusammenhalt – wie stark ist er bedroht?“

Diese Frage treibt viele Menschen in unserem Land um. Denn inzwischen bedrohen tiefe Risse den Zusammenhalt der Gesellschaft: Die Kluft zwischen boomenden Metropolen und abgehängten ländlichen Gebieten. Die neue soziale Spaltung zwischen gut verdienenden jungen Eliten und Geringqualifizierten. Die wachsende Distanz zwischen den Generationen. Die Spannungen zwischen Einheimischen und Zuwanderern.

  • Wie kann unsere Gesellschaft trotz all dieser Konflikte zusammengehalten
    werden?
  • Wie kann sie verbindende Werte wiedergewinnen?

Darüber möchten wir miteinander ins Gespräch kommen.

Diesmal findet der Kaminabend am

Freitag, 11. Oktober 2019, um 18 Uhr im
Hotel Golden Tulip,
Waldhof 15,
33602 Bielefeld,

statt.

Wir beginnen wir mit einem Stehempfang und einem kleinen Imbiss. Daher melden Sie sich bitte bis zum 01. Oktober an:

Anmeldung

Per Mail oder Telefon bei
Gerhard Tiemann
gerhard.tiemann@der-soziale-zirkel.de
Mobil: 0151 4235 1753

Anreise / Parken

Beitragsbild: Xtravagan auf Adobe Stock
Lizenz: Gerhard Tiemann

KI-Forum Header

Großes Interesse an KI-Seminar

Nachdem die Industrie- und Handelskammer zu Bielefeld uns zuerst einen kleinen Raum für unsere KI-Veranstaltung am 25. Mai 2019 zur Verfügung gestellt hat, waren wir alle am Samstagmorgen froh, dass der Raum dann doch größer ausgefallen ist.

Rund 40 Zuhörer haben sehr interessiert und mit regen Diskussionsbeiträgen unseren drei Referenten zum Thema Einführung in das Thema „KI“ mit Olaf Hanke und der Vorstellung einer realen KI-Anwendung eines DAX 30 Telekommunikationsunternehmens durch Laura Knochenwefel und Ann-Kathrin Stender eine sehr lebhafte Veranstaltung daraus gemacht.

Besonders interessiert waren unsere kurzfristig hinzugekommenen Gäste aus einem Master-Seminar der IHK. Danke dafür!

Die Diskussion nach den Vorträgen hat uns vom Sozialen Zirkel gezeigt, dass das Thema von hohem Interesse ist und wir darüber nachdenken, der Einführung in die KI eine weitere Veranstaltung im 2. Halbjahr folgen zu lassen.

Erst einmal herzlichen Dank an unsere Referenten/innen, an die IHK und an das Orga-Team des DSZ.

Alle Interessierten an Themen des Sozialen Zirkels sind herzlich willkommen, als Gast und gerne auch als tatkräftiges Mitglied.

Ihnen eine gute Zeit.

Ihr Sozialer Zirkel

(Text: Wolfgang Stender)

25.05.2019: Forum Künstliche Intelligenz – was macht sie mit uns Menschen?

Hiermit laden wir Sie zu unserer Forums-Veranstaltung des Soziales Zirkels ein:
Künstliche Intelligenz – was macht Sie mit uns Menschen?
Samstag, 25.05.2019 um 10.00 Uhr in den Räumlichkeiten der
Industrie- und Handelskammer
Elsa-Brändström-Str. 1-3
33602 Bielefeld
Raum 522

Tagesordnung

  1. Begrüßung
  2. Einführung in das Thema – Olaf Hanke
  3. Künstliche Intelligenz – Einführung und Beschreibung einer realisierten Anwendung
    Ann-Kathrin Stender / Laura Knochenwefel

Fragen und Diskussionen sind erwünscht. Die Veranstaltung ist kostenlos.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihren regen Wortbeiträgen.

Anmeldung

E-Mail oder per Telefon bei
Gerhard Tiemann
gerhard.tiemann@der-soziale-zirkel.de
Mobil: 0151 4235 1753

Beitragsbild: Pixabay auf Pexels
https://www.pexels.com/@pixabay

Parken

Das Parkhaus „Am Zwinger“ direkt hinter der IHK wird derzeit renoviert. Es gibt die Möglichkeit im „Karstadtparkhaus“ (über die Elsa-Brändström-Straße oder Friedensstraße zu erreichen) oder im Parkhaus „Ritterstraße“ zu parken. Darüber hinaus gibt es weitere Parkhäuser und -möglichkeiten, die fußläufig erreichbar sind.

DSZ-Kaminabend 22.3.19 Header

Vernetzte Beratungsangebote nötig

Schulabgänger müssen besser über die verschiedenen Ausbildungsangebote informiert werden

Alarmierend hoch soll laut Medienberichten die Zahlen der Jugendlichen sein, die vorzeitig Ausbildung oder Studium abbrechen. Zahlen, die für den „Sozialen Zirkel“ Anlass waren, sich bei einem Kaminabend am 22. März 2019 im Hotel „Lindenhof“ Bethel mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen.

Vorsitzender Wolfgang Stender konnte dazu mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen, die sich lebhaft an dem von Wolfgang Riewe moderierten Gespräch beteiligten:

  • Wie können Schulabgänger auf ihrem Weg ins Berufsleben besser begleitet und unterstützt werden, damit Ausbildungsabbrüche verhindert werden?
  • Auf welche Weise können Experten und Menschen mit langjähriger Berufserfahrung ihnen dabei helfen?

Kompetente Antworten auf diese Fragen gaben an diesem Abend Dörte Husmann vom „Career Service“ der Universität Bielefeld, Ann-Kathrin Stender (Deutsche Telekom AG) und der Fachhochschul-Student Kevin Meger.

Dörte Husmann, die an der Universität Bielefeld Studierende bei der Berufsorientierung unterstützt, gab zunächst einmal Entwarnung. Die Zahlen über Studienabbrüche seien viel zu hoch gegriffen. Oft wechselten Studierende nur von der Uni zu einem dualen Studium in der Wirtschaft oder zur stärker praxisorientierten Fachhochschule. Fakt ist aber, dass es für Schulabgänger heute sehr viel schwieriger ist, den für sie passenden Beruf zu finden, da die Zahl der Ausbildungs- und Studienangebote immer komplexer geworden ist. Auch haben Jugendliche ebenso wie ihre Lehrer von vielen Berufsbildern keine genaue Vorstellung.

Die Angst, sich falsch zu entscheiden, sei sehr groß, sagte Dörte Husmann. Sie riet zu grundsätzlicher Offenheit und einer schrittweisen Klärung beruflicher Ziele. Zunächst müssten sich die Schulabgänger die eigenen Stärken und Schwächen bewusst machen und die Neigung zu bestimmten Tätigkeitsfeldern erkennen. Praktika in Betrieben und die Begegnung mit Berufserfahrenen seien weitere Schritte zur Klärung.

„Es gibt planbare und unplanbare Wege“, stellte Husmann fest. Hilfreich für die Orientierung sei die Berufsberatung, der Besuch von Berufsmessen und das Gespräch mit Ansprechpartner aus dem ins Auge gefassten Tätigkeitsfeld. Zweifel auf dem Weg zum passenden Beruf sind für sie „ganz normal“, eine Umorientierung keine Schande. Wenn sich nach einiger Zeit herausstelle, dass eine begonnene Ausbildung oder ein Studium nicht die richtige Wahl gewesen sei, brauchten Jugendliche beim Neustart unbedingt die Unterstützung der Eltern. Denn: „Umwege erweitern den Horizont.“

Wie Umwege nicht nur den Horizont erweitern, sondern auch zum Ziel führen können, darüber berichteten an diesem Abend Ann-Kathrin Stender und Kevin Meger. Ann-Kathrin Stender hatte nach dem Abitur, als sie nach dem richtigen Weg suchte, zunächst ein Jahr am Berufskolleg die Höhere Handelsschule für Abiturienten besucht. Danach entschied sie sich für ein duales Studium bei der Deutschen Telekom. Die enge Verbindung von Theorie und Praxis des dualen Studiums gefiel ihr gut. So konnte sie sich beruflich und persönlich erfolgreich weiterentwickeln.

Ganz ähnlich erging es Kevin Meger, der ebenfalls zunächst ein Studium begann, dann aber von der Uni an die Fachhochschule wechselte. Die größere Praxisnähe und die gute Verbindung der Dozenten zu den heimischen Unternehmen waren für ihn Gründe, sich für die FH zu entscheiden. Gemeinsam mit Kommilitonen beschloss er, sich bei der studentischen Unternehmensberatung („STUNT“) zu bewerben und sich zu engagieren. Jetzt sieht er sich gemeinsam mit seinen Mitstudenten ebenfalls auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft.

Kevin Meger plädierte für längere Berufspraktika während der Schulzeit und bessere Informationen für Schulabgänger über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten. In die gleiche Kerbe schlug Dörte Husmann. Statt sich nach dem Schulabschluss für ein Jahr in Richtung Australien zu verabschieden, sollten Schulabgänger ihrer Meinung nach diese Zeit lieber für die Berufsorientierung nutzen. In dieser Zeit in verschiedene Unternehmen hinein zu schnuppern und sich über die unterschiedlichen Angebote von Universität, Fachhochschule und dualen Studiengängen zu informieren, sei sinnvoll und weiterführend.

Husmann sprach sich für eine „vernetzte Beratung“ von Arbeitsagentur, IHK, Handwerkskammer, Universität und Fachhochschule aus. So könnten Jugendliche alle Ausbildungsangebote kennenlernen. Auch Menschen mit langjähriger Berufserfahrung – wie die Mitglieder des Sozialen Zirkels – können ihrer Meinung nach Auszubildende und Studierende auf ihrem Weg ins Berufsleben hilfreich unterstützen. Welche Praxiserfahrungen die Mitglieder des „Sozialen Zirkels“ dabei genau anzubieten haben, dieses will sie gemeinsam mit ihnen demnächst in einem Workshop erarbeiten.

22.03.2019: Kaminabend „Zwischen den Generationen – 20plus/60plus“

Die Förderung des Gesprächs zwischen den Generationen ist ein wichtiges Leitmotiv unseren Vereins. Die Diskussion bei einem ersten Kaminabend zum Thema „60plus – und was dann?“ im Oktober vergangenen Jahres ergab, dass wir uns bei unseren Treffen künftig verstärkt den Problemen und Herausforderungen der „Generation 20plus“ stellen wollen.

Bei einem zweiten Kaminabend am

Freitag, 22. März 2019, um 18 Uhr

im Hotel „Lindenhof“, Quellenhofweg 125, 33617 Bielefeld-Bethel, soll daher gemeinsam mit Fachleuten und Betroffenen der Frage nachgegangen werden, ob Studierende und Auszubildende bei ihrem Weg ins Berufsleben genügend Begleitung und Unterstützung finden. Das genaue Thema des Abends lautet:

Auf welche Weise können Experten und Menschen mit langjähriger Berufserfahrung Studierende und Auszubildende auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen und begleiten?

Ob Studierende genügend Begleitung bei der Wahl ihres Fachs und der Vorbereitung auf Berufsperspektiven erfahren, dazu wird sich zu Beginn Kevin Meger von der studentischen Unternehmensberatung STUNT (Uni Bielefeld) äußern. Dörte Husmann von der Universität Bielefeld wird im Anschluss daran die studienbegleitenden Angebote des „Career-Service“ der Hochschule erläutern. Über die Unterstützungsangebote für Auszubildende durch ehrenamtliche Fachleute im Ruhestand (Initiative VerA des Senior Experten Service) berichtet in einem dritten Vortrag Peter Teschner.

Im Anschluss an die drei Kurzreferate wird genügend Zeit zu Gespräch und Diskussionen sein. Wie immer werden Getränke und ein kleiner Imbiss angeboten. Um eine Spende hierfür wird gebeten. Wir freuen uns sehr, wenn Sie teilnehmen und bitten Sie herzlich, Ihre Partner und/oder Freunde mitzubringen.

Anmeldungen für den Abend bitte bis zum 15. März 2019 an:
Der Soziale Zirkel e.V.
Herrn Gerhard Tiemann,
gerhard-tiemann@der-soziale-zirkel.de
oder
Tel. 0151 4235 1753.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Sternenhimmel Winter Header

Weihnachtsgruß

Fest der Liebe oder Fest des Friedens – so wird Weihnachten oft genannt. „Nun soll es werden Friede auf Erden“, heißt es zum Beispiel in einem traditionellen Weihnachtslied. Der Vers nimmt eine Sehnsucht auf, die fast alle Menschen weltweit nach zwei schrecklichen Weltkriegen und vielerlei weiteren Kriegen haben: In einer Welt ohne Leid und Not in Frieden miteinander leben zu können: In der Familie, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationen.

„Frieden auf Erden“ ist eine zarte Pflanze namens Hoffnung. Eine Hoffnung, die immer wieder von skrupellosen Machtpolitikern zerstört wird. Eine Hoffnung, die sich aber auch immer wieder neu entzündet. Immer von Neuem lassen sich Menschen durch die weihnachtliche Botschaft vom „Frieden auf Erden“ dazu bewegen, mit Gegnern nach Kompromissen zu suchen, Streit zu überwinden und zur Versöhnung auf der Welt beizutragen.

Das ist auch ein empfehlenswerter Weg für unseren ganz normalen Alltag. Wer ein glückliches Leben führen will, setzt zuallererst auf Frieden: auf vertrauensvolle Gespräche und gemeinsame Lösungssuche in Partnerschaft und Familie, auf Kollegialität im Beruf, Fairness im wirtschaftlichen Wettbewerb, angstfreie Begegnung mit Fremden, auf respektvolles Argumentieren und vernunftorientiertes Handeln in der Politik.

Aber fangen wir klein an: Behandeln wir die Menschen in unserer Umgebung doch so, wie wir es selbst gern erfahren möchten. Widersprechen wir allzu einfachen Antworten auf drängende Fragen, allem Egoismus und Extremismus. Treten wir ein für uns für unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat! Engagieren wir uns in sozialen Initiativen, Parteien, Vereinen, Kirchen! Und bringen wir den eigenen Kindern und Enkeln unsere eigene Kultur, Literatur und Geschichte wieder näher: Damit wir auch in Zukunft auf den Frieden bauen können!

Ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes und friedvolles neues Jahr 2019 wünscht Ihnen der Vorstand des Sozialen Zirkels e.V.

Wolfgang Stender, Manfred Nelles, Franz Fischer, Gerhard Tiemann und Wolfgang Riewe

[Beitragsbild: von pexelx.com / stock.tookapic.com per CCO-Lizenz.]

 

60+ Kaminabend Bielefeld - Beitragsbild

Bericht: 60plus – und was dann?

„60plus – und was dann?“ Das war das Thema eines unterhaltsamen Kaminabends, zu dem der „Soziale Zirkels e.V.“ am 12. Oktober 2018 in das Hotel Lindenhof Bethel eingeladen hatte. Vorsitzender Wolfgang Stender konnte dazu zahlreiche Gäste und Mitglieder begrüßen. Nach einem Stehempfang und einem humorvollen Einstieg ins Thema mit einer Filmszene aus Loriots „Papa ante portas“, erzählte der Journalist und Theologe Wolfgang Riewe von seinen Erfahrungen beim Abschied vom Berufsleben und dem Neustart ins Rentnerleben. In kleinen Gesprächsgruppen steuerten dann die Teilnehmenden ihre eigenen Gedanken zum Thema und ihre Ideen zur sinnvollen Gestaltung dieser neuen Lebensphase bei.

Die meisten Menschen freuen sich auf die Zeit des sogenannten Ruhestandes. Vor allem darauf, jetzt frei und selbstbestimmt über die eigene Zeit verfügen zu können. Wolfgang Riewe zeigte die großartigen Möglichkeiten dieser neuen Lebensphase auf, die dank des medizinischen Fortschritts heute häufig viel länger als früher dauern kann. Er machte aber auch deutlich, dass manches Vertraute wegfällt: Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, die Erfüllung durch die bisherige Tätigkeit und berufliches Ansehen, vor allem aber die durch das Arbeitsleben vorgegebene Alltagsstruktur, die nun neu geordnet werden muss. Der frühere Chefredakteur der Evangelischen Zeitung „Unsere Kirche“ riet dazu, weiterhin ein Netz guter sozialer Beziehungen zu pflegen und sich ein Ehrenamt zu suchen, eine Aufgabe, in der man sich für Andere einsetze. Denn: „Glück kommt aus einem als sinnvoll erfahrenen Leben.“

 

Welche Chancen und Möglichkeiten die neue Lebensphase bietet, dazu sammelten die Teilnehmenden in den Tischgruppen zahlreiche Beispiele. Gerhard Tiemann berichtete über das Weiterbildungsprogramm „Studieren ab 50“ der Universität Bielefeld, das Älteren neben persönlicher Fortbildung auch den Austausch mit Studierenden ermöglicht. Helmut Flöttmann, früher Ausbildungsleiter der Firma Miele in Gütersloh, berichtete vom Senior Experten Service (SES), in dem sich Ruheständler weltweit engagieren können, und von VerA, einer von ihm mitgegründeten Initiative des SES zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen. Es richtet sich an alle Jugendlichen, die während der Ausbildung Hilfe benötigen. Das Besondere an VerA sei das Tandem-Modell, so Flöttmann: Die individuelle 1-zu1-Begleitung durch ehrenamtliche Fachleute im Ruhestand. Vom Fachwissen und der Berufserfahrung Älterer profitieren dadurch jährlich etwa 3.000 Auszubildende.
„Von Senior-Experten nehmen sie oft lieber einen Rat an als von ihren Ausbildern oder der Familie“, sagte Flötttmann.

Der individuellen Begleitung und Unterstützung von Studierenden und Auszubildenden will sich auch der „Soziale Zirkel“ künftig stärker widmen. Sie ist im Gespräch mit der studentischen Unternehmensberatung Stunt. Diese war mit Christina Paetsch, Kevin Meger, Janine Schmeisser und Daniel Schmidtpeter an diesem Abend ebenfalls vertreten. Die Studierenden äußerten starkes Interesse am fachlichen Austausch mit Berufserfahrenen. Diesem Themenbereich soll daher einer der nächsten Kaminabende gewidmet sein.

Text: Wolfgang Riewe

Mitarbeiterführung durch Partizipation

Steigender wirtschaftlicher Druck im Gesundheitssystem ist seit geraumer Zeit eine tägliche Herausforderung für Krankenhäuser. Bei stetig steigenden Patientenzahlen und kürzeren Verweildauern verschärfen der demografische Wandel, der fast die Hälfte der Pflegekräfte und einen Großteil der Ärzte trifft, und der mittlerweile drastisch spürbare Fachkräftemangel zusätzlich die Lage. Hinzu kommt ein verändertes Bedürfnis der jungen Generation, die Balance zwischen Job, Familie und Freizeit hinzukriegen. Die Führung einer Einrichtung muss sich diesen Herausforderungen stellen und sich fragen, wie kann das Krankenhaus neue Mitarbeiter gewinnen, wie kann es im harten Wettbewerb um zukünftige Mitarbeiter als Arbeitgeber attraktiv wirken? Doch nicht nur neue Mitarbeiter wollen gewonnen, sondern auch gut eingearbeitete, qualifizierte Kollegen gehalten werden. Für diese ist es wichtig, Unterstützung anzubieten, mit den psychischen und physischen Belastungen im Berufsalltag besser umgehen zu können. Auch müssen sich Arbeitgeber Gedanken dazu machen, wie Arbeitsprozesse strukturiert und organisiert werden können, um den Anforderungen des Gesundheitssystems zu entsprechen, zugleich aber human zu sein?

Am Anfang aller Überlegungen steht das Erheben eines Status Quo, das Erlangen des Wissens darüber, wie es um die Unternehmenskultur steht. Wurden Anfang des Jahrtausends Mitarbeiterbefragungen noch als „Kosmetik“ und „Zeitverschwendung“ belächelt, gehören Sie heute als ein wichtiger Baustein ins Repertoire der Personaler. Die Erkenntnisse aus solchen Befragungen markieren den Startpunkt für mögliche Maßnahmen, die die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit den Arbeitsbedingungen, mit der Führung und der Unternehmenskultur herstellen bzw. steigern sollen.

Welche Faktoren beeinflussen die Mitarbeiterzufriedenheit in Krankenhäusern?
Das renommierte Picker Institut untersucht im Auftrag von Krankenhäusern die Zufriedenheit der Beschäftigten und analysiert regelmäßig die aggregierten Daten. Den Analysen des Institutes zufolge gestalten sich die Einflussfaktoren, die eine gute Mitarbeitererfahrung begründen, unterschiedlich, abhängig von der jeweiligen Berufsgruppe. Während für die Ärzte das Verhältnis zu den direkten Vorgesetzten (22%), das Verhältnis zu direkten Kollegen (14%), die Führungs- und Unternehmenskultur (13%) den größten Einfluss auf ihre Arbeitszufriedenheit hatten, sahen die Pflegekräfte die Führungs- und Unternehmenskultur (17%), die Arbeitsbelastung (16%), die Bedingungen der Patientenversorgung (13%) sowie das Verhältnis zu direkten Vorgesetzten (12%) als wichtigste Einflussgrößen an.

Faktoren der Mitarbeiterzufriedenheit

Faktoren der Mitarbeiterzufriedenheit, Quelle: Picker Report 2013

Gemäß Picker Report 2013 gibt es auch bei der erlebten Arbeitssituation und den Verbesserungsbedarfen berufsgruppenspezifische Unterschiede.
Wichtigste Verbesserungspotentiale in % (Pflege/Ärzte):

  • Arbeitsbelastung (49/57)
  • Führungs- und Unternehmenskultur (48/50)
  • Personalqualifizierung (47/54)
  • Bedingungen der Patientenversorgung (46/39)
  • Verhältnis zu direkten Vorgesetzten (36/38)

Während bei den obigen Faktoren hohe Problemhäufigkeiten gemessen wurden, scheint der zwischenmenschliche Umgang (17/13) und das Verhältnis zu direkten Kollegen (19/18) bei beiden Berufsgruppen zu funktionieren.

Mitarbeiterpartizipation – positive Erfahrungen

Organisatorische und strukturelle Veränderungen, die z.B. im Rahmen von Neu- und Umbaumaßnahmen oder aus anderen Gründen erfolgen, vollziehen sich nicht unbemerkt. Jede Veränderung, alles Neue ist den Menschen zunächst fremd und wird häufig als Quelle von Angst und Unsicherheit identifiziert. Nicht selten werden Change Prozesse, insbesondere von langjährigen Mitarbeitern, nur zögernd angenommen oder gar bekämpft. Einrichtungen, die einen partizipativen Führungsstil pflegen, berichten seltener über Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Veränderungsmaßnahmen. Bei neu eingeführten oder veränderten Prozessen sollten die Mitarbeiter der jeweiligen Bereiche sowie deren Schnittstellen systematisch in die Veränderungsmaßnahmen mit einbezogen werden, von der Planungsphase bis zur Evaluation. So können sie sich mit ihrer Expertise der Arbeitsorganisation einbringen, eine aktive Rolle im Veränderungsprozess einnehmen und größere Zufriedenheit aus optimierten Arbeitsabläufen schöpfen. So empfinden sie die Veränderungen nicht als fremdverordnet, sondern als selbstbestimmt und tragen sie deshalb mit.

Fazit

Die konsequente Einbindung der Mitarbeiter von Beginn an entscheidet über Erfolg oder Misserfolg von Maßnahmen. Ein weiterer zentraler Baustein im kontinuierlichen Prozess zur Verbesserung der Unternehmenskultur sind verlässliche Daten zur Arbeitssituation aus Mitarbeiterperspektive. Hierbei kann die gute Zusammenarbeit, etwa mit der Arbeitnehmervertretung, zu einer hohen Akzeptanz und größerer Bereitschaft zur Mitwirkung bei der Erhebung der Daten sowie Umsetzung von Maßnahmen führen. Eine zeitnahe und strukturierte Kommunikation zwischen den relevanten Schnittstellen sowie die regelmäßige Information aller Mitarbeiter sind kritische Erfolgsfaktoren, deren Bedeutung von der Führung nicht unterschätzt werden darf, denn Kommunikation ist zwar nicht alles, aber ohne gute und zielgruppengerechte Kommunikation ist alles nichts.
Last but not least: Wertschätzender Umgang und Respekt sind elementare soziale Bedürfnisse, die Zufriedenheit erst ermöglichen. Erfolgreiche Führungskräfte wissen um die Bedeutung von soften Loyalitätsfaktoren und richten ihren Führungsstil daran aus.

Beitragsbild: rawpixel.com per Pexels