DSZ Kaminabend 11.10.2019

Engagieren für den Zusammenhalt der Gesellschaft

Rege Diskussionen beim Kaminabend des „Sozialen Zirkels“ mit Redakteur Andreas Schnadwinkel

Wer nicht dabei war, hat sicherlich etwas verpasst. Denn der jüngste Kaminabend mit Redakteur Andreas Schnadwinkel im Bielefelder Hotel „Golden Tulip“ bot Mitgliedern und Freunde des „Sozialen Zirkels“ wieder einmal viel Stoff für regen Gedankenaustausch und engagierte Diskussionen. „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – wie stark ist er bedroht?“ lautete das Thema des Abends. Es stieß bei den etwa 30 Teilnehmern auf großes Interesse. Die Meinungen darüber, was unsere Gesellschaft trotz vieler unterschiedlicher Prägungen und Meinungen zusammenhalten kann, lagen am Ende gar nicht so weit auseinander.

Stadt gegen Land, Junge gegen Alte, Ost gegen West, Klimaschützer gegen Autofahrer – die Zahl der gesellschaftlichen Konflikte nimmt seit einigen Jahren erheblich zu. Dies machte Andreas Schnadwinkel, Redakteur im Politik-Ressort beim Bielefelder Westfalen-Blatt, in seinem Eingangsreferat deutlich. „Das Zusammenleben in unserem Land entwickelt sich extrem auseinander“, hat er beobachtet. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Milieus seien in den vergangenen Jahren immer tiefer geworden.

Als einen der Gründe hierfür sieht er, dass die unterschiedlichen Weltanschauungen inzwischen weit auseinander klaffen. „Junge urbane Eliten wollen zum Beispiel der Landbevölkerung Stromtrassen und Windräder aufzwingen.“ Das löse bei ihnen ebenso wie die Verteufelung des Autos oder die Verharmlosung des Wolfsproblems Wut aus. Solche und andere Konflikte führten dazu, dass die „empörte Mitte“ auf dem Land immer größer werde. Im Osten Deutschlands sei sie inzwischen das stärkste politische Milieu.

Der Referent machte deutlich, dass sich viele Gruppen der Gesellschaft inzwischen in ihrer Identität bedroht fühlen. Dies hängt seiner Ansicht nach auch mit der hohen Zahl von Einwanderern zusammen. Er zitierte in diesem Zusammenhang den Oxforder Ökonomen Paul Collier, der der Meinung ist, dass ein gewisses Maß an kultureller Verschiedenheit einer Gesellschaft nutzt, zu ungleiche Gesellschaften dagegen negative Folgen haben können. Schnadwinkel gab darüber hinaus zu bedenken, dass Einwanderungsländer seiner Meinung nach auf Dauer nicht mehr in gleichem Maße wie bisher Wohlfahrtsstaaten sein können. Wenn Sozialleistungen eines Tages abgesenkt werden müssten, werde das zu weiteren Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung führen.

Die anschließende Diskussion, die Olaf Hanke moderierte, machte deutlich, dass die Diagnose einer sich weiter auseinander entwickelnden Gesellschaft grundsätzlich geteilt wird. Was aber daraus folgt und wie die unterschiedlichen Positionen zusammen finden können, darüber gingen die Meinungen allerdings auseinander. Eine Konsequenz zog Dr. Alfred Schulz, der zum ersten Mal an einem Kaminabend des „Sozialen Zirkels“ teilnahm: „Wir müssen in hohem Maße kompromissfähig werden“, meinte er. Wolfgang Riewe stimmte ihm zu und schlug vor, zu versuchen, in Gesprächsforen künftig Menschen aus gegensätzlichen Lagern an einen Tisch zu bringen.

Als ein solches Forum verstehe sich auch der „Soziale Zirkel“, sagte Wolfgang Stender, Vorsitzender des „Sozialen Zirkels“, in seinem Schlusswort. Er rief dazu auf, sich über die Grenzen von Milieus und Parteien hinweg für den Zusammenhalt der Gesellschaft und den Erhalt der Demokratie zu engagieren.

Text: Wolfgang Riewe

DSZ-Kaminabend 22.3.19 Header

Vernetzte Beratungsangebote nötig

Schulabgänger müssen besser über die verschiedenen Ausbildungsangebote informiert werden

Alarmierend hoch soll laut Medienberichten die Zahlen der Jugendlichen sein, die vorzeitig Ausbildung oder Studium abbrechen. Zahlen, die für den „Sozialen Zirkel“ Anlass waren, sich bei einem Kaminabend am 22. März 2019 im Hotel „Lindenhof“ Bethel mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen.

Vorsitzender Wolfgang Stender konnte dazu mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen, die sich lebhaft an dem von Wolfgang Riewe moderierten Gespräch beteiligten:

  • Wie können Schulabgänger auf ihrem Weg ins Berufsleben besser begleitet und unterstützt werden, damit Ausbildungsabbrüche verhindert werden?
  • Auf welche Weise können Experten und Menschen mit langjähriger Berufserfahrung ihnen dabei helfen?

Kompetente Antworten auf diese Fragen gaben an diesem Abend Dörte Husmann vom „Career Service“ der Universität Bielefeld, Ann-Kathrin Stender (Deutsche Telekom AG) und der Fachhochschul-Student Kevin Meger.

Dörte Husmann, die an der Universität Bielefeld Studierende bei der Berufsorientierung unterstützt, gab zunächst einmal Entwarnung. Die Zahlen über Studienabbrüche seien viel zu hoch gegriffen. Oft wechselten Studierende nur von der Uni zu einem dualen Studium in der Wirtschaft oder zur stärker praxisorientierten Fachhochschule. Fakt ist aber, dass es für Schulabgänger heute sehr viel schwieriger ist, den für sie passenden Beruf zu finden, da die Zahl der Ausbildungs- und Studienangebote immer komplexer geworden ist. Auch haben Jugendliche ebenso wie ihre Lehrer von vielen Berufsbildern keine genaue Vorstellung.

Die Angst, sich falsch zu entscheiden, sei sehr groß, sagte Dörte Husmann. Sie riet zu grundsätzlicher Offenheit und einer schrittweisen Klärung beruflicher Ziele. Zunächst müssten sich die Schulabgänger die eigenen Stärken und Schwächen bewusst machen und die Neigung zu bestimmten Tätigkeitsfeldern erkennen. Praktika in Betrieben und die Begegnung mit Berufserfahrenen seien weitere Schritte zur Klärung.

„Es gibt planbare und unplanbare Wege“, stellte Husmann fest. Hilfreich für die Orientierung sei die Berufsberatung, der Besuch von Berufsmessen und das Gespräch mit Ansprechpartner aus dem ins Auge gefassten Tätigkeitsfeld. Zweifel auf dem Weg zum passenden Beruf sind für sie „ganz normal“, eine Umorientierung keine Schande. Wenn sich nach einiger Zeit herausstelle, dass eine begonnene Ausbildung oder ein Studium nicht die richtige Wahl gewesen sei, brauchten Jugendliche beim Neustart unbedingt die Unterstützung der Eltern. Denn: „Umwege erweitern den Horizont.“

Wie Umwege nicht nur den Horizont erweitern, sondern auch zum Ziel führen können, darüber berichteten an diesem Abend Ann-Kathrin Stender und Kevin Meger. Ann-Kathrin Stender hatte nach dem Abitur, als sie nach dem richtigen Weg suchte, zunächst ein Jahr am Berufskolleg die Höhere Handelsschule für Abiturienten besucht. Danach entschied sie sich für ein duales Studium bei der Deutschen Telekom. Die enge Verbindung von Theorie und Praxis des dualen Studiums gefiel ihr gut. So konnte sie sich beruflich und persönlich erfolgreich weiterentwickeln.

Ganz ähnlich erging es Kevin Meger, der ebenfalls zunächst ein Studium begann, dann aber von der Uni an die Fachhochschule wechselte. Die größere Praxisnähe und die gute Verbindung der Dozenten zu den heimischen Unternehmen waren für ihn Gründe, sich für die FH zu entscheiden. Gemeinsam mit Kommilitonen beschloss er, sich bei der studentischen Unternehmensberatung („STUNT“) zu bewerben und sich zu engagieren. Jetzt sieht er sich gemeinsam mit seinen Mitstudenten ebenfalls auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft.

Kevin Meger plädierte für längere Berufspraktika während der Schulzeit und bessere Informationen für Schulabgänger über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten. In die gleiche Kerbe schlug Dörte Husmann. Statt sich nach dem Schulabschluss für ein Jahr in Richtung Australien zu verabschieden, sollten Schulabgänger ihrer Meinung nach diese Zeit lieber für die Berufsorientierung nutzen. In dieser Zeit in verschiedene Unternehmen hinein zu schnuppern und sich über die unterschiedlichen Angebote von Universität, Fachhochschule und dualen Studiengängen zu informieren, sei sinnvoll und weiterführend.

Husmann sprach sich für eine „vernetzte Beratung“ von Arbeitsagentur, IHK, Handwerkskammer, Universität und Fachhochschule aus. So könnten Jugendliche alle Ausbildungsangebote kennenlernen. Auch Menschen mit langjähriger Berufserfahrung – wie die Mitglieder des Sozialen Zirkels – können ihrer Meinung nach Auszubildende und Studierende auf ihrem Weg ins Berufsleben hilfreich unterstützen. Welche Praxiserfahrungen die Mitglieder des „Sozialen Zirkels“ dabei genau anzubieten haben, dieses will sie gemeinsam mit ihnen demnächst in einem Workshop erarbeiten.

22.03.2019: Kaminabend „Zwischen den Generationen – 20plus/60plus“

Die Förderung des Gesprächs zwischen den Generationen ist ein wichtiges Leitmotiv unseren Vereins. Die Diskussion bei einem ersten Kaminabend zum Thema „60plus – und was dann?“ im Oktober vergangenen Jahres ergab, dass wir uns bei unseren Treffen künftig verstärkt den Problemen und Herausforderungen der „Generation 20plus“ stellen wollen.

Bei einem zweiten Kaminabend am

Freitag, 22. März 2019, um 18 Uhr

im Hotel „Lindenhof“, Quellenhofweg 125, 33617 Bielefeld-Bethel, soll daher gemeinsam mit Fachleuten und Betroffenen der Frage nachgegangen werden, ob Studierende und Auszubildende bei ihrem Weg ins Berufsleben genügend Begleitung und Unterstützung finden. Das genaue Thema des Abends lautet:

Auf welche Weise können Experten und Menschen mit langjähriger Berufserfahrung Studierende und Auszubildende auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen und begleiten?

Ob Studierende genügend Begleitung bei der Wahl ihres Fachs und der Vorbereitung auf Berufsperspektiven erfahren, dazu wird sich zu Beginn Kevin Meger von der studentischen Unternehmensberatung STUNT (Uni Bielefeld) äußern. Dörte Husmann von der Universität Bielefeld wird im Anschluss daran die studienbegleitenden Angebote des „Career-Service“ der Hochschule erläutern. Über die Unterstützungsangebote für Auszubildende durch ehrenamtliche Fachleute im Ruhestand (Initiative VerA des Senior Experten Service) berichtet in einem dritten Vortrag Peter Teschner.

Im Anschluss an die drei Kurzreferate wird genügend Zeit zu Gespräch und Diskussionen sein. Wie immer werden Getränke und ein kleiner Imbiss angeboten. Um eine Spende hierfür wird gebeten. Wir freuen uns sehr, wenn Sie teilnehmen und bitten Sie herzlich, Ihre Partner und/oder Freunde mitzubringen.

Anmeldungen für den Abend bitte bis zum 15. März 2019 an:
Der Soziale Zirkel e.V.
Herrn Gerhard Tiemann,
gerhard-tiemann@der-soziale-zirkel.de
oder
Tel. 0151 4235 1753.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

12.10.2018: Kaminabend „60plus – und was dann?“

Der Ruhestand naht. Wer freut sich nicht darauf? Endlich einmal ausschlafen – Zeit für Hobbys, Sport, Reisen und die Enkelkinder. Doch nach einiger Zeit des freien Rentnerlebens fühlen viele, dass sie die unbegrenzte Freizeit doch nicht völlig zufrieden stellt und sie etwas vermissen: Eine sinnvolle Aufgabe.

Doch was genau könnte das sein? Eine freiwillige, selbstgewählte Aktivität, die dem Gemeinwohl zugutekommt, zugleich aber auch einem Freude macht?

„60plus – und was dann?“

Über dieses Thema möchten wir uns gern in geselliger Runde mit Ihnen austauschen.
Wir laden Sie herzlich ein am Freitag, 12.Oktober, um 18.30 Uhr
zu einem Kaminabend im Hotel „Lindenhof“, Quellenhofweg 125, 33617 Bielefeld-Bethel. Weitere Interessenten und Ihre PartnerInnen können Sie gern mitbringen.

Nach Begrüßungsumtrunk und einem humorvollen Einstieg mit einer Filmszene aus Loriots „Papa ante portas“ wird Wolfgang Riewe, ehemaliger Chefredakteur der Evangelischen Zeitung „Unsere Kirche“, mit launigen Worten von seinen eigenen Erfahrungen beim Abschied vom Berufsleben und dem Neustart ins Rentnerleben erzählen. In kleinen Gesprächsgruppen wollen wir uns dann darüber unterhalten, welche Schwierigkeiten, aber auch welche Freiheiten und Chancen die neue Lebensphase bietet. Vielleicht finden wir dabei die eigene Projektidee oder Möglichkeiten eines sinnvollen gemeinsamen Engagements!

Veranstalter des Abends ist der Verein „Der Soziale Zirkel e.V.“, in dem sich aktive und ehemalige Führungskräfte der Region zusammengeschlossen haben, um ehrenamtlich soziale Initiativen zu begleiten und zu unterstützen.

Anmeldung

Anmeldungen für den Abend bitte bis zum 5.Oktober 2018 an:
Der Soziale Zirkel e.V.
Hd. Herrn Gerhard Tiemann
gerhard-tiemann@der-soziale-zirkel.de
oder telefonisch 0151 4235 1753.

Beitragsbild: Aj Povey auf Pexels

07.12.2016: Kamingespräch im Lindenhof Bielefeld

Der Soziale Zirkel lädt Sie herzlich zu seiner Jahresabschlussveranstaltung und zu einem Kamingespräch am Mittwoch, 07. Dezember 2016 um 19:00 Uhr in das Tagungshotel „Lindenhof“, Quellenhofweg 125, 33617 Bielefeld, ein.

Nach einer Begrüßung durch Wolfgang Stender wollen wir mit Ihnen über folgendes Thema ins Gespräch kommen:

Positive und negative Auswirkungen der Markt-und Wettbewerbsorientierung im Gesundheitswesen

Der Journalist und Theologe Wolfgang Riewe, ehemaliger Geschäftsführerd es Ev. Presseverbandes Westfalen-Lippe und Chefredakteur von „Unsere Kirche“, wird mit einem kurzen Impulsreferat in die heftig umstrittene Thematik einführen und die kontroversen Positionen darstellen.

Danach möchten wir mit Ihnen in einer offenen Gesprächsrunde, die von Wolfgang Stender moderiert wird, über das Thema diskutieren.

[Absatz + Kontaktformular zur Anmeldung nach Anmeldeschluss entfernt]