Fünftes Forum zu „KI im Gesundheitswesen“ in der IHK Ostwestfalen
Was leistet Künstliche Intelligenz, um Medizin und Pflege zu entlasten? Das war diesmal die Fragestellung beim fünften KI-Forum, zu dem „Der Soziale Zirkel e.V.“ (DSZ) wieder gemeinsam mit der Industrie-und Handelskammer Ostwestfalen (IHK) und dem Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft (ZIG) nach Bielefeld eingeladen hatte. Acht Experten stellten neueste Entwicklungen der KI-Forschung vor, die Ärztinnen und Ärzten bei Therapieentscheidungen helfen oder Pflegenden die Arbeit erleichtern.
Das medizinische Wissen beschleunigt sich exponentiell. So standen bis vor einigen Jahren für die Krebsbehandlung nur wenige Medikamente zur Verfügung. Inzwischen werden pro Jahr mehr als 40 Krebsmedikamente neu zugelassen, tausende von Studien erscheinen und zahlreiche Richtlinien sind zu beachten. Die AVOR, eine quellenbasierte KI-Wissensplattform für die Krebsbehandlung, ermöglicht dem Ärzteteam strukturierte Recherchen, um für den speziellen Fall die am besten geeignete Behandlungsform zu finden.
Antworten, die KI gibt, müssen klinisch relevante Quellen liefern, überprüfbar und praktikabel sein, machte Prof. Dr. Florian Weißinger vom Evangelischen Klinikum Bielefeld deutlich. Gemeinsam mit Oberarzt Dr. Enver Aydilek stellte er die speziell für Hämatologie und Onkologie entwickelte Wissensplattform vor, die künftig auch in das Krankenhaus-Informationssystem eingehen soll. Sie diene einer strukturierten Vorbereitung eines Eingriffs.
Der Mensch, nicht die KI, müsse aber immer die letzte Entscheidung behalten. Denn „Antworten einer KI können plausibel sein, aber falsch“, sagte Prof. Weißinger. Für erfahrene Ärzte seien die gelieferten Daten für die Entscheidungsfindung sehr hilfreich. Er gab zu, dass der nächsten Generation von Ärzten aber vielleicht einmal das eigene Wissen fehlen könne, das jetzt noch einfließe.
Peter Ziegler, Patrick Lohr, Alexander Schindler und Jan Schellenberger stellten KI-gesteuerte Software vor, die den Arbeitsalltag für Verwaltung und Pflege einfacher machen.. Die notwendige KI-Transformation in Kliniken und Arztpraxen scheitere aber oft, weil Mitarbeitende unzureichend geschult würden. Sie müssten gut eingearbeitet werden, um verstehen zu können, wie die KI zu dem jeweiligen Ergebnis gekommen sein könnte. KI-Kompetenz für jeden und jede aufzubauen, sei im Gesundheitswesen deshalb das Gebot der Stunde.
Souverän und gekonnt moderierte Uwe Borchers die Diskussionsrunde der Referenten. Wolfgang Stender, Vorsitzender des Sozialen Zirkels, bedankte sich bei den Referenten für die informativen Beiträge und lud zur nächsten Forumsveranstaltung ein, die am 28.Oktober 2026 in den Räumen der IHK Ostwestfalen in Bielefeld stattfinden wird.
